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Bevölkerung in Nepal

Die Bevölkerung Nepals setzt sich aus weit mehr als 100 verschiedenen Völkern, Rassen, Stämmen und Kastengruppen zusammen. In der „Ethnologie der Weltsprachen“ sind für Nepal 124 gesprochene Sprachen aufgeführt. Einige der Bevölkerungsgruppen, die zu der unglaublichen Vielfalt an Religionen und Kulturen in dem kleinen Himalaya-Staat beitragen, sind allerdings bereits vom Aussterben bedroht. Für den Reisenden ist es schwer, die einzelnen Völker zu unterscheiden.

Der Großteil der nepalesischen Bevölkerung lebt auf dem Land, zum Teil in sehr abgeschiedenen Regionen. Nur ein Bruchteil der Nepalesen wohnt in den Städten. Das Alltagsleben wird stark vom hinduistischen Kastenwesen geprägt. In Nepal wird jeder Mensch in eine bestimmte Kaste (Schicht) hineingeboren, wobei ein Wechsel zu einer anderen Kaste nicht möglich ist. Innerhalb der einzelnen Kasten gelten bestimmte Bräuche und Sitten, die neben den Beruf auch die Verwandtschaftsbeziehungen, religiösen Rituale sowie die Essgewohnheiten betreffen.

Im Folgenden werden die Volksgruppen näher beschrieben, die in Nepal prozentual am stärksten vertreten sind.


Newar

Die Newar sind hauptsächlich im Kathmandutal angesiedelt und werden auch als die „Ureinwohner des Kathmandu Valleys“ bezeichnet. Sie umfassen heute ungefähr 800.000 Personen. Die meisten von ihnen arbeiten als Handwerker, Geschäftsmänner oder in der Landwirtschaft. Die Newar genießen hohes Ansehen und gehören zu den höheren Strata der nepalesischen Gesellschaft.


Gurung

Die Gurung sind ein Bergvolk, das die Gebiete von Gorkha bis Lamjung, Kaski und Syangja im Westen bewohnt. Traditionell lebten die Gurung von Viehzucht, Handel und das Weben von Teppichen und Decken. Heute gehen die Gurung, besonders im städtischen Umfeld, allen modernen Erwerbszweigen nach. Landwirtschaft und Textilverarbeitung sind aber nach wie vor ein wichtiger Bestandteil. Die Gurung-Gesellschaft ist in zwei Hauptkasten unterteilt, die Char Jat („Vier Stände“) und Sora Jat („Sechs Stände). Die Mitglieder der Char Jat haben den höheren Status, Ehen zwischen den Kasten sind nicht üblich. Heute leben schätzungsweise 250.000 Gurung in Nepal.


Magar

Ihr Siedlungsgebiet liegt im Wesentlichen in Zentral-Nepal im Gebiet des Dhaulagiri und mittleren Kali Gandaki. Von den ca. 1,7 Millionen Magar (7,14 Prozent der gesamten nepalesischen Bevölkerung) sind etwa drei Viertel Hindus und ein Viertel Buddhisten. Einige Bauern betreiben Ziegen- oder Schafzucht. Angebaut werden auch Reis, Hirse, Weizen, Buchweizen, Mais, Obst und Gemüse. Die Magar-Gesellschaft unterteilt sich in eine Reihe von Thar oder „Clans“, die sich untereinander weiter in Unterclans gliedern. Grundsätzlich wird den Clans keine spezielle Rangordnung zugeschrieben. Die meisten Magar heiraten strikt innerhalb ihres Clans, wobei Ehen zwischen Cousin und Cousine auffallend häufig sind. Die meisten Ehen sind von den Eltern arrangiert.


Tharu

Die Tharu sind die größte und älteste Volksgruppe im Terai. Von sich selbst sagen die Tharu, dass sie Menschen des Waldes sind. Sie siedeln größtenteils in der Nähe dicht bewaldeter Regionen und betreiben zumeist Ackerbau und Viehzucht. Die Tharu leben traditionell in großen Familiengemeinschaften, die bis zu 50 Personen umfassen können. Einnahmen und Ausgaben werden in dieser Gemeinschaft geteilt, dadurch hat diese Lebensweise nicht zur Ausbildung von Kasten geführt. Mit einem Anteil von fast sieben Prozent der Bevölkerung sind sie die viertgrößte Bevölkerungsgruppe in Nepal.


Thakali

Ihrer geringen Anzahl zum Trotz sind die Thakali im Geschäftsleben und besonders in der Gastronomie enorm einflussreich. Sie hielten seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Monopol für den Salzhandel mit Tibet in ihren Händen. Als einige ihrer Kaufleute die darauf erhobenen Steuern nicht mehr zahlen konnten, wandten sie sich anderen Handelszweigen zu. Heute unterhalten viele von ihnen die Bhattii oder Herbergen, die an den Trekking-Routen liegen. Auch die Thakali-Gesellschaft ist in Clans oder Sippen unterteilt, die jeweils ihrem eigenen Clans-Gott huldigen. Heute gibt es wahrscheinlich 7000 bis 8000 Thakalis.


Rai

Sie werden als tapfere Krieger angesehen – die Bezeichnung Rai bedeutet so viel wie „Häuptling“. Noch heute zieht es die Männer in die Polizei oder Armee bzw. die Gurkha-Regimenter. Ansonsten bauen sie Reis, Hirse, Mais und Weizen sowie Obst- und Gemüsesorten an. Sie gelten als harte und ausdauernde Arbeiter, die ihre wohlverdiente Freizeit aber zu genießen wissen mit selbst gebrannten Spirituosen, die sie aus überschüssigem Getreide gewinnen. Die Rai-Gesellschaft ist in Clans unterteilt, die aus verschiedenen Orten oder Gebieten stammen. Am Clans-Namen lässt sich erkennen, wo genau eine Sippe ursprünglich angesiedelt war. Als bevölkerungsreichster Kiranti-Zweig umfassen die Rai etwa 300.000 Personen.


Dolpas

Die Dolpas leben im mittleren und fernen Westen Nepals. Die Region teilt sich in das Lower Dolpo und das Upper Dolpo. Besonders das Upper Dolpo ist eines der ärmsten und rückständigsten Gebiete Nepals. Das Fehlen jeglicher Infrastruktur – es gibt weder Strom noch fließendes Wasser oder Maschinen – macht das Leben in Dolpo zum Überlebenskampf. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung Nepals leben unterhalb der Armutsgrenze, die Analphabetenrate ist noch immer sehr hoch und die Lebenserwartung liegt hier grade einmal bei 50 Jahren. Das Gebiet ist über Straßen nicht zu erreichen.


Tamang

Mit einer Bevölkerungszahl von 750.000 sind die Tamang eine der größten Volksgruppen Nepals. In Kathmandu kann man tagtäglich beobachten, wie die Tamang mit Lasten auf dem Rücken, die ihr Körpergewicht überschreiten, durch die Straßen ziehen. Ein großer Teil lebt von der Landwirtschaft, sie sind aber auch gute Handwerker. Die Männer arbeiten oft als Zimmerleute, Maurer oder Pflugmacher, die Frauen weben Winterjacken oder flechten Bambuskörbe und Schirme aus Blattwerk. Ursprünglich waren die Tamang allerdings Pferdehändler, wie ihr Name auch andeutet: „ta“ ist tibetisch für Pferd und „mang“ bedeutet Händler. Die Gesellschaft ist in Clans oder Sippen unterteilt, die jeweils von einem gemeinsamen Ahnen abstammen sollen.


Sherpa

Aufgrund ihrer Leistungen bei zahlreichen Expeditionen ist ihr Name zum Synonym für einen „Lastenträger“ geworden – doch in Wirklichkeit bedeutet der Name des stolzen Volkes „Bewohner des Ostens“. Sie leben von Landwirtschaft, Viehzucht und Handel, und erst seit der jüngeren Vergangenheit verdingt man sich als Bergführer oder Träger. Die wichtigsten Handelsgüter waren Salz, Schafswolle, Yaks und Fleisch. Ihre Zahl beträgt gegenwärtig ca. 100.000 Personen.


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